Reif sind, in Feuer getauchet…

Reif sind, in Feuer getaucht, gekochet
Die Frücht und auf der Erde geprüfet…“
Der Anfang der Hymne „Mnemosyne“ von Friedrich Hölderlin. 1975 habe ich sie ein erstes Mal gelesen. Verstanden? – Kaum. Seither spuken die Worte in meinem Kopf und haben nichts von ihrer Faszination verloren. Was tun? – Weiter denken, weiter lesen, weiter wirken (lassen).


Mnemosyne
Reif sind, in Feuer getaucht, gekochet
Die Frücht und auf der Erde geprüfet und ein Gesetz ist,
Daß alles hineingeht, Schlangen gleich,
Prophetisch, träumend auf
Den Hügeln des Himmels. Und vieles
Wie auf den Schultern eine
Last von Scheitern ist
Zu behalten. Aber bös sind
Die Pfade. Nämlich unrecht,
Wie Rosse, gehn die gefangenen
Element‘ und alten
Gesetze der Erd. Und immer
Ins Ungebundne gehet eine Sehnsucht. Vieles aber ist
Zu behalten. Und not die Treue.
Vorwärts aber und rückwärts wollen wir
Nicht sehn. Uns wiegen lassen, wie
Auf schwankem Kahne der See.

Zitiert nach: Projekt Gutenberg

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