Mit Henri Mouhot und Dr. Siri unterwegs in Laos

Reiseführer für Laos zu kaufen ist kein Problem. Gute Dienste leistet der Lonely Planet Guide (Ausgabe 2010). Wer sich dem Land etwas weniger konventionell nähern will, sollte einen Blick in die Schilderungen des französischen Entdeckers Henri Mouhot (1826-1861) werfen. Ganz vergnügliche geschieht die Annäherung mit den Krimis um den (erfundenen) 74jährigen Pathologen Dr.Siri
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Henri Mouhot – wir lesen seinen Namen immer wieder in Luang Prabang, zuletzt im Tal es Menam Khan. Hier liegt das Grab des grossen Reisdenden, er verstarb hier 1861 an Malaria. Sein Grab wurde erst 1990 wieder entdeckt und danach mit Geldern seiner Heimatstadt Montbéliard restauriert. Die Zeichnung stammt vom Zeitgenossen Henri Rousseau. (Bildquelle Wikipedia).
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Im Asia Book Shop in Bangkok finden wir dann Band 1 seiner Bücher, die 1868 also erst nach seinem Tod publiziert wurden „Travels in Siam, Cambodia, Laos and Annam“ betitelt. Warum englisch? – Finanziert wurden seine Reisen von der von der Royal Geographic Society in London. Es gibt offenbar auch eine französische Version „Voyage à Siam et dans le Cambodge“, Hinweis genug, dass seine Schilderungen bei den Zeitgenossen auf breites Interesse stiessen.
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Auf den Namen von Henri Mouhot gestossen sind wir allerdings bereits bei unserem Besuch in Angkor Wat. Tatsächlich ist sein Name stark mit der kambodschanischen Tempelstadt verbunden. Mouhot wurde gelegentlich als Entdecker von Angkor Wat bezeichnet. Das war er nicht, denn die Tempelanlagen waren nie im Dschungel verschwunden. Er war aber der erste, der die Tempelanlagen von Angkor gezeichnet hat – respektive hat zeichnen lassen. Wir finden im erwähnten Buch eine Anzahl von Illustrationen wieder, die nach seinen Entwürfen entstanden.
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Reisen in Südostasien waren Mitte des 19.Jahrhunderts mit kaum vorstellbarem Aufwand verbunden. Das drücken auch die Bilder deutlich aus. Die Darstellung der nächtlichen Begegnung mit einem Leoparden mag konstruiert sein, die Gefahr war es wohl nicht.
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Überhaupt spielen Tiere eine grosse Rolle in seinen Schilderungen. Und dass ihnen die Reisenden nicht immer freundlich gesinnt waren zeigt die Darstellung eines Kampfes mit einem Nashorn in Laos. Kein Wunder ist das Tier heute fast ausgestorben..
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Immer wieder tauchen in seinen Schilderungen Elefanten auf:
„In all this mountainous regions elephants are the only means of transport. Evey village posseses some, several as many as fifty or hundred. Without this intelligent animal no communication would be possible during seven months of the year, while with his assistance, there is scarecely a place to which you cannot penetrate”.
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Der zweite hier zu nennende Autor ist Colin Coterill. Der 1952 geborene Brite ist offenbar früh in Südostasien hängen geblieben und lebt heute im Norden Thailands. Er ist der Erfinder einer ungewöhnlichen Krimi-Figur: Dr.Sir Paiboun. Ein über 70jähriger laotischer Pathologe steht dabei im Zentrum. Die Handlung spielt in den späten 70eer Jahren, nach dem Ende des Vietnam-Krieges.
Siri ist eigentlich Arzt und wird vom kommunistischen Regime gezwungen auch weit über das Pensionierungsalter hinaus als Pathologe und Arzt zu arbeiten. Dabei stehen ihm der leicht geistig behinderte Herr Geung und die übegewichtige Krankenschwester Pui zur Seite. Geung leidet unter dem Down Syndrom und der Regierung missfällt denn auch, dass ihn Siri als Assistenten einspannt.
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Dr.Siris Welt wird stark von seinem Glauben an Geister bestimmt. Immer wieder erlebt er im Traum – oder in Trance-Zuständen entscheidende Episoden seiner Kriminalfälle und findet dabei Hinweise, die zur Lösung des Falles führen.
Die Dr.Siri Bücher – auf Deutsch sind drei, auf Englisch 5 Bände erhältlich – eröffnen immer wieder Einblicke in die Lebenswelt und Geschichte des Landes, das durch den Vietnamkrieg in den Fokus des Westens kam.
Literatur
Lonely Planet: Laos. Ausgabe 2010. English
Henri Mouhot: Travels in Siam, Cambodia, Laos and Annam. Volume 1 – Travelouge. Bangkok: White Lotus 2009.
Colin Cotterill: Dr.Siri und seine Toten. Goldmann: München 2008.

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