Luang Prabang – Stadt der Mönche

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Luang Prabang liegt im Norden von Laos. Die Stadt ist seit 1995 Unesco Weltkulturerbe und damit kultureller und spiritueller Mittelpunkt des Landes.


Der Weg hierher will verdient sein: Wer nicht mit dem Flugzeug von Bangkok einfliegt hat eine zehn bis zwölfstündige Busfahrt von Hauptstadt Vientiane hinter sicher. So geht es auch uns: Wir treffen gegen 20 Uhr ein. Müde zwar – aber der Charme der Stadt lässt uns sofort auf eine kleine Entdeckungsreise gehen. Die Hauptstrasse erscheint uns wie eine sorgfältig aufgebaute Theaterkulisse mit ihren Läden und Restaurants. Hier ist nichts von der Hetze und der tropischen Hitze Bangkoks zu spüren. Die Innenstadt ist vom Autoverkehr verschont und lädt geradezu zum Flanieren ein.
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Beim Frühstück dann ein grossartiger Blick auf Fluss und Hügel: Vor uns der Menam Khan – ein Nebenarm des Mekong – die sorgfältig gepflegten Gärten, das üppige Grün und die Hügel – das alles entzückt.
Rund 100 000 Einwohner leben hier. Die Stadt ist seit 1995 Weltkulturerbe und der Tourismus ist offensichtlich eine der Haupteinnahmequellen der Region. Neubauten sieht man im Stadtzentrum nicht – daran ist wohl der Unesco-Schutz schuld. Es mag sein, dass sich die Innenstadt dadurch auch verändert hat, das dürfte aber in Italien, Spanien oder Frankreich kaum anders sein.
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Die Stadt wird vom Wasser bestimmt: Vom Mekong – eigentlich Menam Kong – und dem Menam Khan. Zur Regenzeit – etwa Juni bis Oktober – führen die Flüsse Hochwasser. Der Weg in die ländlichen Gebiete ist ohne Allradfahrzeug schwierig. Aber das Wasser nährt das Land – die Gärten entlang der beiden Flüsse legen eindrücklich Zeugnis davon ab.
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Fisch spielt auf dem Speisezettel von Laos eine wichtige Rolle. Und es sind ausschliesslich Süsswasserfische, das meiste wohl Weissfische, Karpfenartige. Immer wieder sehen wir Fischer, kleine und grosse Fischerboote..
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Luang Prabang ist die Stadt der Klöster und der Mönche: Über 30 Tempel liegen auf Stadtgebiet. Und sie lassen sich alle zu Fuss oder mit dem Fahrrad erreiche. Die Tempel in der Innenstadt sind sorgfältig renoviert und werden offensichtlich auch gepflegt. Eine wunderbare Ruhe liegt hier auf dem Gelände. Gäste sind offensichtlich willkommen. Nicht alle Tempel sind so gut erhalten, etwas ausserhalb der Innenstadt finden wir Gebäude, die eine Renovation vertragen könnten.
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Jeden Morgen sind die Mönche beim traditionellen Sammeln der Gaben der Bevölkerung zu beobachten. Das Hotelpersonal macht uns schon am ersten Abend darauf aufmerksam, nicht ohne uns auch einige Körbe mit Reis für den nächsten Morgen zu verkaufen. Wir nehmen an der Zeremonie im Morgengrauen teil. Wer sich beteiligt und etwas geben will kniet auf eine der Bambusmatten. Und schon bald taucht die Kolonne der Mönche auf. Wie viel sind es? –
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Sicher sind es Dutzende, am Schluss sicher zwei bis dreihundert. Sie werden reichlich beschenkt und unser Reis kommt erscheint angesichts der vielen Gaben etwas karg: in den Körben der Einwohner liegen Bananen, aber auch Süssigkeiten. Die Läden rund um die Klöster verkaufen auch fertige Gabenkörbe, oft sind dort auch Produkte zur Körperpflege dabei. Bald wird klar: Die Gaben übersteigen den Bedarf bei weitem. Am Strassenrand knien auch Strassenkinder, andere gehen mit grossen Schachteln und Säcken neben den Mönchen. Ein guter Teil der Gaben wandert so weiter. Eine eigene Ökonomie des Gebens von der in unserem Fall nicht nur die Mönche, sondern auch die Hotelangestellten und die Strassenkinder profitieren.
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Der Reiz von Luang Prabang liegt wohl in ihrer Kleinräumigkeit, in ihrer Lage zwischen Mekong und Menam Khan, ihrem angenehmen Klima. Ein wichtiger Teil ist auch die Architektur den über 30 buddhistischen Tempeln und mit ihren typischen zweigeschossigen Häusern.
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Das setzt sich auch ausserhalb der denkmalgeschützten Innenstadt fort. Hier ist zwar deutlich mehr Betrieb. Das beliebteste Verkehrsmittel scheint das Kleinmotorrad zu sein, dazu Busse oder Pickups.
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Gewöhnliche Personenwagen sehen wir kaum. Hier sind die Hotels auch schon mal grösser, einige sind noch im Bau. Wir erlauben uns eine Tour durch eines der grössten und eben fertig gestellten Fünfstern Hotels. Luxuriös, der Ausblick vom Schwimmbad auf dem Hügel ist eindrücklich – doch wer Atmosphäre sucht und gerne spaziert ist bei uns am Fluss wohl besser bedient.
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Eine kleine Tour mit dem Fahrrad führt uns ganz zur Stadt hinaus. Nach nur einer halben Stunde Fahrt sind wir allein auf einer Naturstrasse im Tal des Flusses Menam Khan. Immer wieder stossen wir auf Wegweiser zum Grab von Henri Mouhot. Der französische Naturforscher (1826-1861) ist hier 1861 gestorben – ein Denkmal erinnert an ihn. Seine Reisberichte werden uns anderswo noch beschäftigen.
Hier liegen – gut angeschrieben – zwei Elefanten-Camps. Elefanten gehören zu Südostasien und sind heute eine Touristen-Attraktion. Sie waren vor der Mechanisierung wichtige Hilfen – beim Holzfällen. Benutzt wurden sie aber auch als Transportmittel, wie wir aus vielen alten Reiseberichten wissen.
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Kaum eine Stadt, die nicht Elefanten-Ausflüge anbietet. In der Regel gehört dazu ein mehrstündiger Ritt durch den Urwald, einige der Camps bieten aber auch gemeinsame Badefreuden an. Manche Elefantenführer lassen ihre Gäste auch schon mal vorne auf dem Hals sitzen. Gewöhnlich werden die Gäste aber auf einem Holzsitz transportiert, der auf dem Elefantenrücken angebracht ist. Das Schaukeln ist bestimmt gewöhnungsbedürfig. Ausflüge mit dem Elefanten sind nicht ohne Risiko: Im Februar 2011 wurde in Phuket eine Schweizer Touristin von einem Elefantenbullen zu Tode getrampelt. Zwei Elefantenbullen stritten sich offenbar um ein Weibchen und ihre Führer verloren die Kontrolle über sie.
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Nach drei kurzen Tagen geht’s weiter, zurück nach Vientiane. Diesmal im Minibus. Das ist etwas teurer, dafür dürfen wir halten wenn es uns gefällt. Abschied von Luang Prabang – die Hügel im Nebel hätten wir nicht erlebt, wenn wir das Flugzeug genommen hätten…
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