Der Benediktinermönch Karl Hager war Lehrer und Naturforscher. Sein fotografischer Nachlass umfasst über 2000 Glasplattendias und -Negative und wird zur Zeit aufgearbeitet.
Die Fotografie hat in Schweizer Klöster eine lange Tradition. Das zeigen Beispiele aus den Klöstern Engelberg und Einsiedeln. Auch Disentis gehört zu dieser Gruppe. Dass alle Klöster dem Benediktinerorden gehören dürfte kein Zufall sein, die Benediktiner sind kein kontemplativer, sondern ein aktiver Orden und waren früher bekannt für ihre Schulen.
In Disentis lebte und wirkte der Benediktinermönch Karl Hager. Er wurde 1862 geboren und trat schon 1881 ins Kloster Disentis ein, wo er 1886 die Priesterweihe erhielt. 1900 bis 1904 studierte er Naturwissenschaften an der Uni Fribourg und widmete sich fortan neben seiner Tätigkeit als Lehrer am Disentiser Gymnasium der naturwissenschaftlichen und volkskundlichen Erforschung der Surselva. Er dokumentierte seine Forschungen gewissenhaft und fotografierte mit einer damals üblichen Plattenkamera. So entstanden über 2000 Fotografien, die das Kloster bis heute erhalten hat und die mit Hilfe von Memoriav nun konserviert und später auch digitalisiert werden sollen. Sie werden in der Fotostiftung des Kantons Graubünden archiviert werden. Noch ist es aber nicht so weit: Erst ein kleiner Teil der Bestände ist im Schweizerischen Sozialarchiv auch digital abrufbar. Dort finden sich rund 500 Fotos zu traditionellen Tätigkeiten im Bergebiet – Getreideanbau, Flachsproduktion oder das Brotbacken.
Fotografiert hat im Kloster Disentis auch der 2023 verstorbene Abt Daniel Schönbächler OSB. Er hat sich intensiv mit dem Werk von Karl Hager befasst und eine grössere Anzahl der Glasplatten auf Papier übertragen. Ich hatte am 30.Oktober 2025 die Gelegenheit, diese Bestände anzusehen und einige Fotos daraus zu digitalisieren.
Eine erste Gruppe von Bildern dokumentiert das Kloster Disentis um 1900


Landsgemeinde Disentis 1909. Laut Notizen von Abt Schönbächler wurde an diesem Tag über ein Bittgesuch um Unterstützung zur Edition des Werkes des Mönches Placidus a Spescha (1752-1833) verhandelt.

Arbeiter – es dürfte sich dabei um Italiner gehandelt haben – beim Bau der Hardegger-Kirche im Immern des Klosters im Jahr 1898. Die Kirche wird heute als Museum genutzt.
Quellen
Wikipedia: Karl Hager,
Wikimedia Commons: Bilder von Karl Hager
Schweizerisches Sozialarchiv: Bestand Karl Hager
Memoriav: Projektbeschreibung
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