Cuno Affolter und sein Therapie-Zimmer – im Museum im Lagerhaus St.Gallen

Sammeln – sammeln das tut doch fast jeder. Irgend etwas. Aber nicht jeder sammelt so Alltägliches wie Cuno Affolter – und bringt es danach in eine so wunderbare Ordnung und am Schluss noch ins Museum. Die Installation ist zur Zeit im Museum im Lagerhaus St.Gallen zu sehen.
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Ein Zimmer – bis zum Bersten gefüllt mit Dingen. Dingen des Alltags, Farbstiften, Radiergummis, Kleiderbügeln, Klingelknöpfen. Fein säuberlich aufgeräumt – bis zum äussersten. Und alles folgt einem geheimnisvollen Code, den wir nicht entziffern können, der das Auge immer wieder wandern lässt. Schau mal da, schau mal dort ruft es – und ist entzückt.
Eine Installation von Cuno Affolter. 15 Jahre hat er daran gearbeitet ohne auch im Geringsten daran zu denken, dies je auszustellen. Offenbar, so hört man, hat er damit ein schwieriges Erlebnis verarbeitet. Lucienne Peiry, Konservatorin der Collection de l’Art Brut in Lausanne hat den Künstler und sein Wunderzimmer entdeckt – in ihrer Stadt. Cuno Affolter ist einer der bekanntesten Comic Spezialisten der Schweiz und arbeitet heute als Bibliothekar in seinem Fachgebiet in Lausanne.
Es muss kein Kinderspiel gewesen sein, das Therapie-Zimmer zu verpflanzen, von Lausanne nach St.Gallen zu bringen. Offenbar hat man alles fotografiert, dokumentiert, aufgeschrieben und danach in zweiwöchiger Kleinarbeit im Museum wieder aufgebaut. Und wenn die Ausstellung zu Ende ist geht das Zimmer wieder nach Lausanne. Was macht Cuno Affolter in dieser Zeit mit der Leerstelle in seiner Wohnung, in seinem Leben?
Fotografiert habe ich ihn mit zwei Freunden: Cuno Affolter in der Mitte. Rechts von ihm der Schweizer Schriftsteller Alex Capus. Links der Fotograf André Albrecht, der wie Alex Capus aus Olten kommt.
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Zu sehen ist das Therapie-Zimmer im Museum im Lagerhaus in St.Gallen. Dort hat die Stiftung für schweizerische naive Kunst und Art Brut eine Doppelausstellung eingerichtet. Dem Werk von Cuno Affolter steht das Werk des italienischen Künstlers Fernando Oreste Nannetti (1927-1994) gegenüber. Nannetti war Insasse einer psychiatrischen Klinik in Volterra und hat mit einer Gürtelschnalle ryptische Texte in die Anstaltsmauern geritzt.
Hier noch weitere Impressionen aus dem Therapiezimmer von Cuno Affolter
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Hämmer habe ich das Bild oben getauft. Und den Ausschnitt unten nenne ich Engel. Es sind völlig willkürliche und zufällige Details aus diesem Raum.
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Und immer wieder Bleistifte, Farbstifte, Buntstifte wie unsere Nachbarn sagen…hat er sie auch benutzt oder hat ert sie nur gesammelt um sie ins Zimmer zu integrieren. Fragen…
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Hier ein Mobile…
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Und hier noch ein Sumo-Ringer…
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